
Pfarrer P. Sandberger bei Gedenken an KZ-Opfer in Eisenreichdornach: „Herr, mach mich zu einem Werkzeug Deines Friedens“
In Eisenreichdornach wurde am 11. Mai wieder an die Opfer des KZ-Außenlagers Amstetten erinnert, insbesondere an mindestens 34 weibliche Häftlinge, die am 20. März 1945 bei einem Bombenangriff im Wald starben. Ein Bildstock im Ortsteil erinnert an die Opfer. Opferverbände, Schülerinnen und Schüler sowie politische Repräsentanten, darunter Bürgermeister Christian Haberhauer und Landtagsabgeordneter Lukas Michlmayr, erinnerten an die grausamen Ereignisse. Sie riefen zu Zusammenhalt und zum Miteinander, zu Demokratie und zu Toleranz, zu Freiheit und zu Frieden auf. Gestaltet wird diese Gedenkveranstaltung von der Stadt Amstetten gemeinsam mit der Amicale belge de Mauthausen, dem Mauthausen Komitee Österreich bzw. der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen sowie der Pfarre Amstetten Herz Jesu und Amstettner Schulen.
Unser Pfarrer Pater Hermann Sandberger sprach ein Gebet, das für ihn aufgrund der zuvor aufwühlenden Berichte nicht einfach war. Das Gebet stammt vom heiligen Franz von Assisi und es erinnert daran, dass „der Frieden im eigenen Herzen beginnt“, so Pater Hermann.
Gebet für den Frieden (Hl. Franz von Assisi)
Herr, mach mich zu einem Werkzeug Deines Friedens, dass ich liebe, wo man hasst; dass ich verzeihe, wo man beleidigt; dass ich verbinde, wo Streit ist; dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist; dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht; dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält; dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert; dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt. Herr, lass mich trachten, nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste; nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe; nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe. Denn wer sich hingibt, der empfängt; wer sich selbst vergisst, der findet; wer verzeiht, dem wird verziehen; und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

