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Veröffentlicht am: 01. Juni 2026

Demokratie lebt von Zusammenhalt und Hoffnung

Referent  Mag. Ferdinand Kaineder kam am 1. Juni auf Einladung des Katholischen Bildungswerkes unserer Pfarre zum Vortrag. Kaineder ist Präsident der Katholischen Aktion Österreich.

Ferdinand Kaineder, Präsident der Katholischen Aktion Österreich, hielt in der Pfarre Amstetten Herz Jesu auf Einladung des Katholischen Bildungswerks ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, die liberal verfasste Demokratie aktiv zu gestalten. Es sei dies die besondere Aufgabe jedes Menschen, besonders von Christinnen und Christen. Sie sollten auch dafür werben, dass jeder Mensch eine unantastbare und ungeteilte Würde hat. Das bedeute auch, sich der Not anderer anzunehmen und die Schöpfung und Natur im Sinne eines „Weniger und wesentlich“ zu schützen.

Er sieht die liberale Demokratie – wie wir sie kennen - weltweit gefährdet. Mehrere Faktoren würden diese Staatsform bedrohen: Dies sei durch Gleichgültigkeit der Fall. Wenn sich Menschen nicht mehr für demokratische Prozesse interessieren oder wählen gehen, würde dies der Demokratie schaden. Kaineder warnt weiters vor wachsender Ungleichheit, vor allem durch eine neokapitalistische Wirtschaft oder durch die Idee des „Recht des Stärkeren“. Eine weitere Gefährdung der Demokratie entstehe durch eine Einschränkung der Pressefreiheit bzw. durch eine Monopolisierung der Medienkonzerne weltweit. Ein massives Problem ortet Kaineder auch, dass Menschen abhängig gemacht und manipuliert werden. Etwa durch die Sozialen Medien oder den Handy-Konsum, der die Wirklichkeit verschwimmen lassen. Nur Begegnungen mit anderen Menschen sei echtes Leben.

Besonders Algorithmen würden zu einem Maschinendenken führen. Die jüngst erschienene Enzyklika von Papst Leo XIV. zur Künstlichen Intelligenz (KI) sei dazu eine Lichtblick – der Papst wurde als Mahner gehört und die Enzyklika basiere auf der Arbeit renommierter Fachleute. Es gebe nämlich die Tendenz, dass Menschen als „überflüssig“ angesehen werden, etwa durch politische Kräfte: Jene, die am Rande stehen oder Migranten würden als nicht gleichwertig angesehen. Gerad das Fremde und die Fremden würden unseren Horizont erweitern, das würde die spannendsten Momente im Leben bringen. 

Demokratiefördernd sei Gastfreundschaft im weitesten Sinne – so wie es auch große Tradition in der Kirche ist. Zusammenhalt und Gastfreundschaft seien Basis der Demokratie. Auch das Prinzip Hoffnung stärke die Demokratie, Angst sei dagegen demokratiegefährdend. Der Präsident der Katholischen Aktion wirbt auch dafür, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, mit Genügsamkeit sei man oft glücklicher.

Manche politische und wirtschaftlichen Mächte würden Unzufriedenheit schüren. Er bricht hier eine Lanze für die Europäische Union: Diese würde ausgleichend handeln und sei führend in der Bewahrung der liberalen Demokratie, wie wir sie kennen. Kaineder wirbt für einen „convivalen, gemeinschaftlichen Lebensentwurf“, der seine Wurzeln in der christlichen Theologie hat. Dieser beinhaltet Hilfsgemeinschaft, Lerngemeinschaft und Festgemeinschaft – und das stärke die Demokratie.


Was braucht der Mensch?


Der Mensch brauche Wertschätzung und Anerkennung; zweitens eine sinnvolle Tätigkeit und Rituale sowie Zughörigkeit - etwa zur Kirche oder Vereinen - und Solidarität. Dabei werde das "Lebendige" genährt.

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