
150 Jahre Amstettner Klosterschulen - viele aus unserer Pfarre besuch(ten) die Franziskanerinnen-Schulen
Im „Freiluftdom“ – dem Schulpark in Amstetten, der umringt ist von großen schattigen Bäumen – feierten rund 650 Schülerinnen und Schüler mit einem Festgottesdienst das 150-Jahr-Jubiläum der Schulen der Amstettner Franziskanerinnen. Generaloberin Sr. Franziska Bruckner freute sich Bischof Alois Schwarz als Hauptzelebranten begrüßen zu dürfen.
Einer seiner Vorgänger, Bischof Ignaz Feigerle, war federführend bei der Gründung der Franziskanerinnen-Gemeinschaft 1855 in Judenau bei Tulln. 1876 gab Bischof Matthäus Binder seine Zustimmung, als der Orden in Amstetten eine Zweigstelle – sprich ein Kloster mit Schule und Kindergarten und Internat - eröffnete, wie Generaloberin Bruckner berichtet.
Der Bauer Johann Datzberger und Kaiserin Karolina Augusta sorgten für den Bau und die Dotation, also dem Beitrag für den Lebensunterhalt der Schwestern. Einige engagierte Mitbürger aus Amstetten halfen tatkräftig mit, sodass am Osterdienstag 1876 die ersten vier Schwestern mit ihrer Oberin Schwester Maria Rosa Denne einziehen konnten. Im Herbst kamen bereits drei weitere Schwestern dazu.
17 Jahre später – 1893 - starteten die Schwestern mit einer Bürgerschule, der heutigen Mittelschule. Wiederum 30 Jahre später -1923 - eröffneten die Schwestern die Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen, die bis heute eine gediegene Ausbildung der ElementarpädagogInnen ermöglicht.
Und nach dem Zweiten Weltkrieg 1948 starteten die Franziskanerinnen mit den Wirtschaftsschulen. „Es sind bewegte Jahrzehnte mit unterschiedlichen Zweigen und Ausbildungsschwerpunkten, sodass wir uns heute über eine große Schulgemeinschaft freuen“, so Sr. Franziska Bruckner. Die Amstettner Franziskanerinnen ermöglichten gerade auch armen Kindern – vor allem Mädchen – Schul- und Berufsausbildung.
Beim Festakt wurde nicht nur 150 Jahre Klosterschule gefeiert, sondern auch 40 Jahre Elternverein, der die einzelnen Schulgemeinschaften in unterschiedlichen Bereichen unterstützt. Zusammengefasst: Heute umfassen die Amstettner Klosterschulen eine Volksschule, die Mittelschule, die Bildungsanstalt für Elementarpädagogik sowie mehrjährige Wirtschaftsschulen, u. a. mit den Schwerpunkten Kommunikation und Mediendesign. Der 1876 gegründete Kindergarten im Areal des Klosters ist seit den 1920er Jahren ein NÖ Landeskindergarten.
Die Schulen werden seit 2019 vom Verein für Franziskanische Bildung geführt. Seit letztem Jahr unterrichtet keine Franziskanerin mehr an den Schulen in Amstetten, aber der franziskanische Geist und die Vermittlung christlicher Werte werden langfristig bleiben, waren sich die vielen Ehrengäste sicher. Die Schulen seien geprägt vom christlichen Menschenbild, vom Engagement für die ihnen anvertrauten Menschen, deren Bildung und persönliche Entwicklung. Neben der guten Ausbildung sind den Franziskanerinnen und den Schulverantwortlichen Werte wie Hinwendung zur Schöpfung und Nachhaltigkeit wichtig – Werte, die ihnen auch Ordensgründer Franz von Assisi mitgegeben hat. Die franziskanische Ordensfamilie steht heuer im 800-Jahr-Jubiäum, da der Heilige vor 800 Jahren gestorben ist.
Der stimmungsvolle Gottesdienst war umrahmt von fröhlichen Liedern und besinnlicher Musik. Vertreterinnen und Vertreter aller Schultypen und des Kindergartens brachten sich dabei ein. Abschließend wurde bei einer Agape und Eis weitergefeiert.
Generaloberin Bruckner begrüßte weiters folgende Ehrengäste: Aus dem Verein für Franziskanische Bildung Frau Geschäftsführerin Elisabeth Binder, die die Geschicke der Bildungseinrichtungen des Vereins führt; Sr. Vera Ronai, Franziskanerin von Graz, die sich um die franziskanischen und pastoralen Weiterentwicklungen in den verschiedenen Einrichtungen des Schulvereins kümmert; Verwaltungsleiterin Judith Schneglberger, die die Region NÖ betreut, und die Obfrau des Elternvereins Frau Sonja Jandl.

